Wie Sie einen gehackten Twitter-Account reparieren

Die meisten von Ihnen werden wie ich immer mal wieder (auf Englisch) solche Direkte Nachrichten (DN) auf Twitter bekommen, die Ihnen weismachen wollen, dass böse Gerüchte über Sie verbreitet werden. Auf jeden Fall sind es meistens Aussagen, die Sie persönlich betreffen, und die Sie neugierig machen sollen. Ich kenne solche DN bisher nur auf Englisch, hier ein Beispiel:

Wer hier auf den mitgelieferten Link klickt, hat leider gleich verloren. Damit haben Sie sich einen Virus eingehandelt, der diese Nachricht, die Sie bekommen haben, wahllos an Ihre Follower weiter verschickt. Wenn Sie das nicht schnellstmöglich wieder unterbinden, laufen Sie Gefahr, dass Twitter Sie als Spammer einstuft und Ihren Account suspendiert, also sperrt. Übrigens sind diese Hinweise inzwischen auch auf Deutsch bei Twitter zu finden: https://support.twitter.com/forms/hacked.

Ändern Sie sofort ihr Passwort in ein sehr sicheres, nicht zu erratendes Passwort

Wenn Sie aus Versehen doch auf einen solchen Link geklickt haben sollten, ändern Sie sofort Ihr Passwort für Twitter! Wählen Sie ein möglichst starkes, nicht zu erratendes Passwort. Ich kann nur raten KeePass zur Generierung und Speicherung von Passwörtern zu nutzen. Auch LastPass liefert sehr gute Dienste.

LastPass kann Ihre Passwörter automatisch zum Anmelden einfügen und ist damit sehr komfortabel. Ich verwende beide Tools und halte damit meine Passwörter in 2 Systemen vor. LastPass hat für mich noch den Vorteil, dass ich es von allen meinen Computern aus benutzen kann. Von Arbeit, zu Hause oder unterwegs ist hier egal.

Löschen Sie alle (verdächtigen) Verbindungsfreigaben für Apps

Als erstes klicken Sie auf Profil bearbeiten, das Sie hier erreichen:

Dort klicken Sie dann auf Apps:

Hier können Sie dann die Freigaben widerrufen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, widerrufen Sie am besten alle Freigaben. Die einzelnen Programme fragen dann wieder nach, sobald Sie eine Verbindung wieder herstellen wollen.

Damit sollte die unmittelbare Gefahr gebannt sein. Sie sollten jedoch auf der Hut sein. Das kann sich immer wieder mal wiederholen. Halten Sie sich daher am besten an die folgenden Hinweise.

Führen Sie regelmäßig einen kompletten Virenscan durch

Wichtig ist, dass Sie regelmäßig einen kompletten Virenscan durchführen, um sich vor allen möglichen Viren zu schützen, die sich eventuell auf Ihrer Festplatte breitgemacht haben könnten. Ich bin mir nicht sicher, ob solche Viren nicht auch über andere Kanäle hereinkommen können. Um Ihre Verwandten, Freunde und Geschäftspartner zu schützen, sollten Sie sicherstellen, dass sich auf Ihrem System definitiv kein solcher Virus eingenistet hat und sich über diverse Kanäle verbreiten kann.

Wichtig ist natürlich auch, dass sie immer die aktuellsten Virendefinitionen verwenden. Meist machen Anti-Virenprogramme von selbst eine tägliche Aktualisierung der Virendefinitionen übers Internet.

Halten Sie Ihren Browser immer auf dem neusten Stand

Aktivieren Sie die automatische Updatefunktion, damit Ihr Browser immer auf dem neusten Stand ist. Damit sind dann hoffentlich alle Sicherheitslücken geschlossen. Dies betrifft auch die Add-ons wie etwa Java, wo zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ein Sicherheitsleck bekannt ist, das vom Hersteller nicht zeitnah geschlossen werden kann (http://nakedsecurity.sophos.com/2012/08/30/how-turn-off-java-browser/).

Auch HTTPS ist eine Option, die Sie nutzen sollten

Twitter lässt sich auch über HTTPS verwenden. Markieren Sie hierzu bei Ihren Account Einstellungen das Feld „Nutze immer HTTPS“:

Manche Tools sollen dann angeblich nicht mehr so gut funktionieren, aber das finden Sie schnell heraus. Ich kenne derzeit nur TweetAdder, das dann teilweise seltsame Verhaltensweisen an den Tag legt. Das passiert vor allem beim Auslesen der Follower eines Accounts.

Wovor Sie sich in Acht nehmen sollten

Ich will den Affiliate und Online Marketern nicht auf die Füße treten. Doch leider gibt es einige unter ihnen, die kommentarlos oder mit reißerischen Versprechungen Links als Antworttweet schicken. Das ist nicht nur spamverdächtig, sondern auch wenig vertrauenerweckend. Das ist die Methode von richtigen Spammern, die damit auch Viren verbreiten. Hier ein Beispiel:

Des Weiteren warne ich vor unbedachten Klicks auf Links, die mit Versprechen wie „schnell und mühelos viel Geld oder Follower“ daherkommen. Halten Sie ihren Mauszeiger fern von solchen (verkürzten) Links. Klicken Sie nur dann darauf, wenn sich der entsprechende Marketer als vertrauenswürdig erwiesen hat.

Übrigens kommen auch Facebook-Links „ohne alles“, wenn geteilt wird, ohne dazu einen Kommentar zu schreiben und Facebook direkt auf Twitter postet:

Wirkliche Spammer verbreiten gefährliche Links und sollten an Twitter gemeldet werden

Ich weiß nicht, was dieser Spammer für einen gefährlichen Link verbreitet. Die Kriterien für einen Spammer erfüllt er allemal:

Also keinesfalls auf einen Link von solchen Spammern klicken. Die wollen Ihnen nur einen Virus oder Trojaner unterjubeln, der Sie in Schwierigkeiten bringen kann. Daher unbedingt wie im Screenshot dargestellt den Spammer an Twitter melden. Er ist danach auch geblockt.

Ich wäre sehr dankbar für Kommentare und weitere Informationen. Wer etwas weiß, kann es uns unten als Kommentar mitteilen. Auch Erfahrungsberichte wären gut. Ich würde Sie das als Gastbeitrag hier veröffentlichen lassen.

Bis demnächst …

Ich freue mich übrigens auch darüber, wenn Sie mir hier in einem Kommentar Ihre Meinung sagen … oder bei meiner Facebook-Seite vorbeischauen … und natürlich auch über ein “gefällt mir”, sollten Ihnen meine Bemühungen gefallen :-) Danke! ==> Hier folgen Sie mir auf Twitter: @DeutschTweetor


Es sollte jedem klar sein, dass ein Klick auf einen der unten stehenden Buttons diverse Informationen an die jeweiligen Betreiber der Portale weiterleitet.

Heiner
Vernetzen

Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
Heiner
Vernetzen
Veröffentlicht unter Twitter-Probleme Verschlagwortet mit permalink

Über Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld – Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.


Kommentare

Wie Sie einen gehackten Twitter-Account reparieren — 9 Kommentare

  1. Hi DeutschTweetor.

    Guter Artikel. Ich habe auch schon solche DM bekommen. Da wurde auf eine Seite verlinkt wo man sich neu einloggen musste. Somit war mir klar das ist ein fake…
    Das dies auch schon ohne neu einloggen funktioniert wusste ich noch nicht 🙁

    Und wenn jemand so wie ich keine dieser Passwortgeneratoren benutzen will findet er hier eine Anleitung zum generieren eines sicheren Passwortes:

    http://markusanderl.wordpress.com/2012/06/02/wie-generiere-ich-ein-sicheres-passwort/

    Und eine kleine Rüge am Rande: Ich finde es unschön über eine Umleitung (fb) zu deiner Seite gelangen zu müssen 🙁

    Liebe Grüße
    Markus

    • Danke für Deine Anmerkungen! Hier noch zwei Hinweise: KeePass ist ein Passwort-Tresor, der auch Passwörter generiert, die dann per Copy und Paste auf der Seite eingegeben werden können. LastPass ist dasselbe im Internet. LastPass ist beispielsweise sicherer als die Merkfunktion aller Browser.

      Gestern hatte ich den originalen Link gepostet, heute war’s der FB Link. Tut mir leid, dass Du den FB Link erwischt hast. Ich werde in Zukunft darauf achten und angeben, wenn es ein Facebook oder Google+ Link ist.

      Viele Grüße
      Heiner

    • Hallo Markus,

      solche Hinweise sind gut, weil sie mich daran erinnern, dass jeder seine eigene Sicht der Dinge hat. Und es gibt immer mehr, die Facebook nicht mögen. Mir selbst sind diese vielen kleinen Nervereien auch langsam zu viel. Aber das ist ein anderes Thema 🙂

      Liebe Grüße
      Heiner

  2. Pingback: Twitter-Spam: Gefährliche Links in DN - #DTTipp 009 - DeutschTweetor

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.