Twitter Direktnachrichten allen erlauben

Bereits vor einiger Zeit hat Twitter mit einer Funktion experimentiert, die Direktnachrichten von Twitterern zulässt, denen man selbst nicht folgt. Nun ist es offiziell eingeführt worden, dass Sie allen Twitterern erlauben können, Ihnen Direktnachrichten zu schicken. Es ist nicht mehr nötig, dass Sie ihnen folgen. Zum Glück müssen Sie aktiv entscheiden, dieses Feature einzuschalten. Die Voreinstellung bleibt also wie gehabt: Nur Twitterer, denen Sie folgen, können ihnen direkte Nachrichten senden. In diesem Artikel will ich mich mal damit auseinandersetzen, was diese Neuerung alles an Folgen nach sich ziehen könnte.

Direktnachricht allen erlauben

Das Tor offen lassen?

Was genau bedeutet es, Twitter Direktnachrichten generell allen zu erlauben, auch Leuten, denen Sie nicht folgen? Wenn Sie den Haken setzen, kann Ihnen wirklich jeder Twitterer eine Direktnachricht schicken. Sie eröffnen damit jedem Twitterer die Möglichkeit, Sie direkt mit einer nicht öffentlichen Nachricht kontaktieren zu können, egal mit welchem Anliegen. Wollen Sie das wirklich? Überlegen Sie sich also sehr genau, was das für Sie bedeuten kann.

Direktnachrichten für alle erlauben

Sie finden die Option bei den Einstellungen bei „Sicherheit und Datenschutz“ ganz unten.

Sie machen mit dieser Erlaubnis das Tor ganz weit auf und haben keine Kontrolle mehr darüber, wer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird. Das kann Vorteile haben, aber auch schwer vorauszusehende Nachteile. In jedem Fall geben Sie die Kontrolle darüber auf, wer Ihnen Direktnachrichten senden darf. Ein negativer Aspekt könnte sein, dass Sie von übereifrigen Online-Marketern mit unnötiger Werbung überflutet werden. Ich vermute allerdings, das wird sich in Grenzen halten.

Wer die neue Möglichkeit missbraucht, wird vermutlich schnell geblockt.

Ich kann mir vorstellen, dass so mancher sich über die neue Möglichkeit freut, seine Werbebotschaften so einfach und direkt unter das Twittervolk streuen zu können. Ruft doch eine direkte Nachricht wesentlich mehr Aufmerksamkeit hervor als normale Tweets. Wer diese Funktion jedoch für Werbezwecke nutzen will, der sei gewarnt. Ich vermute, wer Direktnachrichten von allen zulässt, wird auch schnell auf „Blockieren“ klicken.

Soll mir wirklich jeder Direktnachrichten schicken können? Klick um zu Tweeten

Beachten Sie: Twitter suspendiert sehr schnell Leute, die in einer kurzen Zeitspanne oft geblockt werden. Daher rate ich jedem, der meint, jetzt einfacher auf andere Twitterer zugehen zu können, dringend, sich genau zu überlegen, wie sein Vorgehen auf seine Adressaten wohl wirken wird. Manchmal hilft es, sich vorzustellen, wie es auf einen selbst wirkt.

Wer wird die neue Möglichkeit einsetzen?

Es werden vor allem Firmen sein, denen es zu aufwendig ist, per Folgen und Zurückfolgen ihre Follower zu verwalten. Vor allem bei bekannten Marken sowie diversen Prominenten dürfte dies der Fall sein. Für jeden Twitter-Account, der viele Follower anzieht, stellt die Freischaltung von Direktnachrichten eine gute Möglichkeit dar, mit den Followern in Interaktion zu kommen. Vermutlich werden Support-Accounts stark davon profitieren. Denn es können jetzt auch Anfragen gestellt werden, die nicht jeder lesen soll.

Werden Interaktionen in Direktnachrichten auch in Analysen einfließen?

Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie Analysetools auf Interaktionen „hinter einem Vorhang“ reagieren. Wie kann das ausgewertet werden? Wird Twitter die Möglichkeit freischalten, auch private Unterhaltungen auszuwerten? Ein heikler Punkt, der in Deutschland möglicherweise noch heftig diskutiert werden wird, was den Datenschutz anbelangt.

Werden Trolle die neue Möglichkeit missbrauchen?

Eine Frage, die in diversen Publikationen bereits angesprochen wurde, dreht sich um die Nutzung freigegebener DN durch Trolle. Werden böswillige Twitterer diese Funktion vermehrt nutzen, um andere Twitterer zu bedrohen? Das bleibt abzuwarten. Für Trolle scheint mir eine gewisse Öffentlichkeit notwendig, sonst macht die Trollerei keinen richtigen Spaß.

Wie es mit Shitstorms aussehen wird, ist ebenfalls schwer vorherzusehen. Da es sich jedoch im Verborgenen abspielt, ist einem Shitstorm über Direktnachrichten einfacher zu begegnen. Man muss nicht darauf reagieren und entsprechende Leute können schnell und problemlos geblockt werden, beziehungsweise kann die Möglichkeit einfach wieder ausgeschaltet werden. Außerdem fehlt die Viralität, so dass wenig Gefahr besteht, dass Mitläufer auf den „Shitstorm-Zug“ aufspringen.

Warum hat Twitter diese Möglichkeit geschaffen?

Twitter möchte erfolgreich am Markt agieren. Daher sollen vor allem Firmen, die auf Twitter für sich werben, einfache Möglichkeiten bekommen, Twitter erfolgreich einzusetzen. Für bekannte Marken ist es ein Segen, wenn Fans sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit ihren bevorzugten Unternehmen austauschen können. Allerdings kann es einen erheblichen Mehraufwand bedeuten, die Anfragen per Direktnachricht zu beantworten. Es wird sich also zeigen, wie die neue Funktion angenommen werden wird.

Wie erkenne ich, dass ein Twitter-Account Direktnachrichten zulässt?

Zum Schluss noch der Hinweis darauf, wie Sie erkennen können, ob Sie einem Account, der Ihnen nicht folgt, eine Direktnachricht schicken können. Es ist ganz einfach: Die Möglichkeit wird ihnen angezeigt, wenn Sie auf das Zahnrad links neben dem „Folgen“-Button klicken. Siehe Abbildung.

Direktnachricht senden

Fazit

Für die meisten Twitteraner dürfte es wenig interessant sein, Direktnachrichten für alle zuzulassen. Wer eine klare Vorstellung davon hat, was er damit erreichen will, sollte es ruhig ausprobieren. Es lässt sich ja ganz leicht wieder abschalten. Firmen, die ihren Follower ermöglichen wollen, sie auf einfache Weise unter Ausschluss der Öffentlichkeit kontaktieren zu können, sollten DNs von Nicht-Followern erlauben. Es sollte jedoch klar sein, dass sie auch alle vernünftigen Anfragen per DN beantworten sollten. Wer zu wenig Kapazitäten zum Antworten hat, sollte lieber die Finger davon lassen. Es könnte nach hinten losgehen, wenn sich herumspricht, dass nicht geantwortet wird.

 


DeutschTweetor bei Facebook und Google+

Ich freue mich übrigens, wenn Sie bei meiner Facebook-Seite und/oder bei meiner Google+ Seite vorbeischauen … und natürlich auch über ein “gefällt mir” beziehungsweise “Einkreisen”, sollten Ihnen meine Bemühungen gefallen. :-)

Bei Google+ habe ich auch noch eine Community DeutschTweetor gestartet. Dort finden Sie viele Tipps und Tricks, zu denen Sie gerne Fragen stellen können. Ich freue mich auf Sie!

Hier können Sie mir auf Twitter folgen: @DeutschTweetor

Heiner
Vernetzen

Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
Heiner
Vernetzen
Veröffentlicht unter Twitter-Praxis Verschlagwortet mit , permalink

Über Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld – Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.