Tweets verstecken: Trügerische Datensicherheit – #DTTipp 020

Wenn du in deinen Einstellungen bei „Sicherheit und Datenschutz“ die Option „Meine Tweets schützen“ markiert hast, erreichst nur bedingt einen Schutz deiner Daten. Was du damit auf jeden Fall erreichst, ist, dass du andere erst freischalten musst, bevor sie deine Tweets sehen können. Wenn ein Interessent, ein potentieller Follower ein solches Profil besucht, sich einen solchen Account anzeigen lässt, erfährt er über dich und dein Geschäft, dein Anliegen … NICHTS. Vielleicht das, was deine Interessen sind oder welches Geschäft du betreibst, weil es in deiner Bio steht. Willst du das?

Twitter-Tipp 020

DeutschTweetors Twitter-Tipp 020

Ich bin ein Freund klarer Verhältnisse. Wenn jemand seine Tweets nicht zeigt, hat das sicherlich seine Gründe. Ich folge allerdings grundsätzlich keinem, der seine Tweets versteckt, wenn ich es vorher sehe. Einige Twitterer entscheiden sich jedoch nach einiger Zeit, ihre Tweets zu verstecken. Da folge ich ja bereits und bekomme es meistens nicht mit. Sei’s drum. Was mich jedoch beschäftigt, ist hauptsächlich, warum beispielsweise Geschäftsleute oder Leute, die für einen Verein oder irgendetwas Gemeinnütziges twittern, ihre Tweets verstecken.

Versteckte Tweets sind wie ein verhangenes Schaufenster

Ich frage mich, wen wollen diese Tweetverstecker erreichen, mit wem wollen sie in Kontakt kommen? Die Follower, die einfach allen und jedem folgen, die bekommen sie auch, wenn sie ihre Tweets verborgen halten. Aber was sind das für Follower? Die wenigsten davon dürften an Inhalten oder an Kommunikation interessiert sein. Wie auch. Es ist ja nichts zu sehen. Wer sich einen Eindruck eines Twitterers verschaffen möchte, bevor er folgt oder zurückfolgt, wird sich schnell wieder abwenden. Möglicherweise ruft er ein mit einem Vorhängeschloss versehenes Profil erst gar nicht auf. Ich jedenfalls tue es schon lange nicht mehr.

Es hilft ungemein, sich über die eigenen Twitter-Ziele Klarheit zu verschaffen, bevor man sich für Tweets verstecken entscheidet. Ist das Ziel Datensicherheit oder will ich Menschen erreichen? Wer Menschen erreichen will, begibt sich in eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit und sollte sich darüber klar sein. In der Öffentlichkeit gibt man nicht alles preis. Weder Geburtsdatum noch Telefonnummer. Kaum zu glauben, aber auch so etwas habe ich schon angetroffen. Wer so etwas in seine Bio schreibt, dem hilft auch das Tweets verstecken nicht mehr.

Trügerisches Gefühl der Datensicherheit

Tweets verstecken schützt leider nicht davor, dass sie öffentlich werden können. Ein Follower kann Retweeten oder den Tweet kopieren und somit öffentlich machen. Es ist auch nie ausgeschlossen, dass durch einen Fehler bei Twitter alle Tweets plötzlich öffentlich sichtbar werden. Deshalb halte ich das Verbergen von Tweets für im Prinzip unsinnig und dem Medium Twitter nicht adäquat. Zumindest nicht für Leute mit einem Anliegen, einem Geschäft, einem Verein oder Menschen, die sich eine Reputation aufbauen möchten.

Leider sehe ich sehr viele, die ihre Tweets „schützen“, obwohl in der Bio des Accounts steht, dass sie geschäftlich unterwegs sind. Das fühlt sich für mich an, wie „nicht ganz zu Ende gedacht“. Daher empfehle ich dringend, sich das eigene Ziel bewusst zu machen. Auch Gedanken darüber, wie ein solches Ziel erreicht werden kann, werden kaum schaden. Gedanken- und ziellos zu twittern wirkt normalerweise kaum anziehend auf andere. Da hilft auch kein „folge bestimmt zurück“ in der Bio.

Quellen (eventuell auf Englisch) und weiterführende Artikel

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Heiner
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Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
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Kommentare

Tweets verstecken: Trügerische Datensicherheit – #DTTipp 020 — 5 Kommentare

  1. Hallo Heiner,

    dies ist ein schönes Bild: „Versteckte Tweets sind wie ein verhangenes Schaufenster“.
    Für Unternehmen mag dieses Bild unpassend sein.
    Persönlich bin ich der Meinung, dass ein geschützter Twitter-Account für private Personen sinnvoll ist.
    Dadurch herrscht eine gewisse Exklusivität und Kontrolle über die eigene Informationen und Person.
    Wichtig ist zu wissen, dass dadurch keine 100%-ige Sicherheit existiert.

    Beste Grüße
    Ralph

    • Hallo Ralph,

      ich finde, Tweets verstecken ist relativ sinnbefreit. Zu schnell kommt ein Tweet an die Öffentlichkeit, der dort nichts verloren hat. Kontrolle gibt es da keine. Warum für Fälle, in denen eine Information nur einem begrenzten Kreis zugänglich gemacht werden soll, nicht auf die DN Funktion zurückreifen. Oder noch besser gleich einen Messenger verwenden. Das ist doch das Terrain von WhatsApp und Co.

      Beste Grüße
      Heiner

      • Hallo Heiner,

        so scharf sehe ich Deine Meinung nicht: „Zu schnell kommt ein Tweet an die Öffentlichkeit, der dort nichts verloren hat. Kontrolle gibt es da keine.“. Eine gewissen Kontrolle und ein gewisser Schutz existieren bei einem geschütztem Twitter-Account. Einer Meinung bin ich mit Dir, dass weder eine absolute Kontrolle noch ein absoluter Schutz bei einem geschütztem Twitter-Account vorhanden ist.

        Dies wäre eine Idee: „Warum für Fälle, in denen eine Information nur einem begrenzten Kreis zugänglich gemacht werden soll, nicht auf die DN Funktion zurückreifen.“. Nur weißt Du, dass der Gruppenchat auf Twitter erst neu ist.

        „Oder noch besser gleich einen Messenger verwenden. Das ist doch das Terrain von WhatsApp und Co.“ Und was mache ich, wenn meine Freunde nur auf Twitter sind oder ich keinen Messenger nutzen will? Eine verzwickte Situation 😉

        Beste Grüße

        Ralph

        • Hallo Ralph,

          ich kenne wirklich nur ganz wenige Leute, die bewusst ihre Tweets nur einem ausgewählten Kreis zugänglich machen. Solange dort alle sich einig sind, kann das eine schöne Sache sein. Es ist trotzdem so, dass jeder Tweet öffentlich werden kann. Die einfachste Methode ist ein Screenshot. Durch Tweets schützen ist gar nichts erreicht. Sobald einer mir etwas Böses will, hat er mich. Daher denke ich, auf Twitter ist es besser, so zu twittern, dass es auch nicht schadet, wenn aus welchem Grund auch immer Tweets öffentlich werden.

          Die meisten der von mir beobachteten „geschlossenen“ Accounts scheinen Leute zu sein, die nicht wirklich wissen, was sie da tun, und das betrifft nicht nur Deutschland. Wenn ich sehe, dass die Beschreibung auf ein Geschäft hindeutet, und die Tweets geschützt sind, frage ich mich ernsthaft, was der Besitzer des Accounts auf Twitter erreichen möchte. Twitter ist als Microblog gestartet und eine der wichtigsten Eigenschaften eines Blogs ist die Öffentlichkeit. Daher war das Thema bei Twitter immer wieder Diskussionsthema. Bisher haben sich die Befürworter von geschützten Tweets durchgesetzt. Vermutlich wird es dabei bleiben, da bereits zu viele diese Funktion nutzen.

          Du hast recht, den Gruppenchat gibt es erst seit kurzem. Dein Beispiel bezüglich der Messenger halte ich für etwas bemüht. Bei über 30 Millionen WhatsApp Nutzern in Deutschland Anfang 2014 und vielleicht 3,6 Millionen Unique Visitors bei Twitter im Jahr 2014 dürfte die von Dir skizzierte Situation eher exotisch sein. 😉

          Viele Grüße
          Heiner

          • Hallo Heiner,

            wau …! Deine Antwort fällt richtig lang aus 😉

            Meine Rede: „Es ist trotzdem so, dass jeder Tweet öffentlich werden kann. Die einfachst Methode ist ein Screenshot.“: Stimme Dir diesbezüglich vollkommen zu.

            „Daher denke ich, auf Twitter ist es besser, so zu twittern, dass es auch nicht schadet, wenn aus welchem Grund auch immer Tweets öffentlich werden.“ – Ich bin der Meinung und wenn ich Dir richtig verstehe sind wir uns einer Meinung, wenn ich schreibe, dass dies allgemein für das Internet gilt 😉

            Diese Freiheit und Vielfalt begrüße ich absolut: „Twitter ist als Microblog gestartet und eine der wichtigsten Eigenschaften eines Blogs ist die Öffentlichkeit. Daher war das Thema bei Twitter immer wieder Diskussionsthema. Bisher haben sich die Befürworter für geschützte Tweets durchgesetzt. Vermutlich wird es dabei bleiben, da bereits zu viele diese Funktion nutzen.“.

            Schönen Feierabend wünsche ich Dir jetzt

            Ralph

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