Hallo Twitter! Schmeißt endlich die "falschen Vögel" raus!

Ich frage mich wirklich: Was ist so attraktiv daran, sich Follower zu kaufen, die nie Kunden werden können, die einen nicht weiterempfehlen, die letztlich einfach nur den Zähler für die Follower auf Twitter erhöhen. Kann man sich bei 10.000 gekauften Schein-Twitterern tatsächlich wichtig und einflussreich fühlen?

Das muss wohl so sein. Warum sonst gibt es so viele Twitterer, die sich massenweise leere Follower-Hülsen kaufen? Diese „falschen Vögel“, welche die Accounts dieser Blender, Täuscher und Betrüger aufwerten sollen, entwerten Twitter ungemein. Das ist meine persönliche Meinung.

Twitter kann Regelverstöße bei aktiven Twitterern aufspüren

Twitter räumt seit Monaten bei den aktiven Twitterern beständig auf. Das bedeutet in der Regel, dass Accounts ohne Nachricht einfach gesperrt werden. Manchmal wird auf die umfangreichen und nicht immer verständlichen Twitterregeln verwiesen, gegen die in nicht näher bezeichneter Weise verstoßen worden sein soll. Diese Vorgehensweise verunsichert nicht nur die Betroffenen.

Wer wie Twitter ein automatisches Skript laufen lässt, das Verstöße gegen die Twitterregeln aufspüren kann, kennt die Kriterien, die dem Erkennungs-Algorithmus zugrunde liegen. Twitter sollte also in der Lage sein, Gründe für die Suspendierung zuzuordnen und den Betroffenen mitzuteilen.

Das ist im Prinzip eine leichte Übung. Jedes ordentliche Programm gibt Fehlermeldungen aus, die meist ganz gut passen. So müsste es doch möglich sein, entsprechend der Regelverletzung eine automatisierte E-Mail mit dem Grund für die Suspendierung zu versenden.

Fake-Accounts erstellen und als Follower verkaufen ist auch ein Regelverstoß

Wenn es Skripte gibt, die solche Regelverstöße aufspüren, sollte es auch möglich sein, Skripte zum Aufspüren von Fake-Followern zu erstellen und regelmäßig laufen zu lassen. Mehr noch, es sollte Twitter möglich sein, dem automatischen Erstellen von Follower-Hülsen einen Riegel vorzuschieben. Denn auch das ist ein Verstoß gegen die Twitter-Regeln.

Bei Verdacht könnte dem Twitterer eine automatische Mail zugestellt werden, mit einer Aufforderung innerhalb von einer Woche über die Auflösung eines Bild-Captchas zu beweisen, dass er kein Fake-Account ist. Für wirkliche Twitterer dürfte eine einmalige Bestätigung sehr leicht zu tätigen sein. Da eine solche Bestätigung für Skripte unmöglich sei sollte, dürfte der Spuk mit den Fakes bald vorbei sein. Es wäre einfach zu teuer, tausende von Accounts per Hand zu verifizieren.

Es stellt sich die Frage: Warum tut Twitter nichts gegen die falschen Vögel?

Zugegeben, ich kann nicht wirklich behaupten, dass Twitter nichts dagegen tut. Möglicherweise wird ja bereits intensiv daran gearbeitet, dieser Twitter-Plage Herr zu werden. Leider ist nur wenig davon zu sehen. Bei allen Follower-Käufern, die ich derzeit beobachte, bleibt die Zahl der Follower in etwa gleich. Also findet offensichtlich keine Bereinigung statt.

Dahingegen sehe ich nach wie vor das rätselhafte Verschinden und seltener das plötzliche Wiederauftauchen diverser mir bekannter Twitter-Accounts. Das bedeutet, dass Twitter aktiv für die Einhaltung seiner Regeln sorgt. Warum aber wird nicht sichtbar, dass die Fake-Follower Problematik angegangen wird?

Fake-Follower verwässern die reichweite für Werbekunden

Twitter will Geld verdienen und setzt beispielsweise auch auf promoted Tweets. Wie aber wollen Preise ermittelt werden, wie sollen die Kunden von der Reichweite ihrer „Anzeigen“ überzeugt werden? Diese falschen Vögel verwässern die Zahl der erreichbaren Twitterer. Fake-Follower sind keine realen Personen: Die kaufen nichts, und die empfehlen nichts. Die sind nichts weiter als eine Zahl, welche die tatsächliche Zahl der Twitter-User umso mehr verwässert, je weniger Twitter dagegen unternimmt.

Es ist beileibe keine Angelegenheit, die man einfach so abtun könnte. Ich habe Accounts gesehen, die sich fast 100.000 Follower gekauft haben müssen. Wie schnell ist die Millionenmarke erreicht? Wie viele Neuanmeldungen sind Fakes und wie viele sind wirkliche Personen?

Wie lange will Twitter diesem Treiben noch zusehen?

Je länger Twitter diesem Treiben tatenlos zuschaut, desto schlechter wird die Chance, dem beizukommen. Inzwischen haben viele bemerkt, dass ein zu schnelles Wachstum einer Gefolgschaft auffällt und kaufen portionsweise. Dann haben einige vergessen, ihren automatischen Zurückfolge-Mechanismus auszuschalten, und folgen daher den Fake-Followern zurück.

Dadurch wird das Erkennen und Aufspüren der falschen Vögel immer schwieriger bzw. aufwendiger. Über http://fakers.statuspeople.com können zumindest für eine gewisse Zeit nach der Anschaffung von falschen Vögeln deren Käufer entlarvt werden. Der Algorithmus ist vor allem bei großen Accounts relativ ungenau, wenn jedoch die Zahl der aktiven Twitterer unter 20% liegt, dürfte etwas faul sein.

http://fakers.statuspeople.com hilft, sich von den Follower-Käufern zu distanzieren

Derzeit werden von diesem Tool – so weit ich es weiß – 1000 Twitterer analysiert, die einem in jüngster Zeit gefolgt sind. Nach meiner Erfahrung sind da normalerweise höchstens 10% inaktive Twitterer dabei, wenn man kein Prommi ist. Meine Analysen haben das auch oft bestätigt.

Wer Fake Follower gekauft hat, liegt am Anfang bei 90 – 100% Fakes. Nach einer gewissen Zeit relativiert sich das auf zwischen 50 und 70% Fakes und 20% inaktive Follower. Das liegt eventuell daran, dass durch eingestellte Automatiken den falschen Vögeln automatisch zurückgefolgt wird.

Sollte den Möchtegern-Einflussreichen entfolgt werden?

Ich werde vermehrt das Fake-Erkennungstool http://fakers.statuspeople.com einsetzen. Ich finde, das Kaufen von Followern auf Twitter ist mehr als ein Kavaliersdelikt. Es ist eine Art Betrug. Follower Käufer sind Blender, Täuscher und Betrüger, mit denen ich nichts zu tun haben will. Daher werde ich, sobald ich einen Followerkauf entdecke, einfach entfolgen bzw. erst gar nicht folgen.

Wie sehen Sie das?

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Heiner
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Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
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Über Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld – Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.


Kommentare

Hallo Twitter! Schmeißt endlich die "falschen Vögel" raus! — 2 Kommentare

  1. Also als Betrug würde ich das so nicht hinstellen wollen, aber bringen tut es in Tat nicht wirklich etwas. Ok, so eine fette Followerzahl sieht schon sehr schick aus und machen benötigen eben diesen Potenzverstärker. Allerdings stimme ich dir in dem Punkt mit den Werbetreibenden zu, hier steht enormer Handlungsbedraf an.

    Danke übrigens für den Tipp mit dem Fake-Erkennungstool. Muss ich gleich mal ausprobieren! 🙂

    • Das mit dem „Betrug“ ist in der Tat etwas überzogen. Ich wollte es allerdings etwas drastisch darstellen. Tatsächlich orientieren sich viele an den sogenannten „Einflussreichen“. Fast alle Tools stellen Followerkäufer als einflussreich und daher als folgenswert dar. Insofern ist es etwas mehr als einfache Täuschung

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