Folgen und Zurückfolgen – effektiver Followeraufbau

Vor allem in Deutschland ein oft diskutiertes Thema: Folgen und Zurückfolgen. Ich will mal aus meiner Sicht beschreiben, wie ich das sehe.

Bevor ich loslege, hätte ich aber noch einen wichtigen Hinweis: Der Aufbau von Followern sollte nicht wahllos ablaufen. Sie sollten das ganz bewusst im Griff behalten. Und nutzen Sie bitte keine Angebote, die Ihnen in nullkommanix endlos viele Follower versprechen. Das bringt oft Viren und manchmal den Ausschluss von Twitter.

Nur Ihre Follower sehen Ihre Kurznachrichten / Tweets in ihrer Timeline

Twitter ist ein Microblog, auf dem Sie kurze Nachrichten über Ihr Geschäft und Ihre Sicht der Welt veröffentlichen können. Dies können Sie tun, unabhängig davon, ob jemand lesen will, was Sie schreiben, oder nicht. Wenn Sie keine Follower haben, werden Ihre Meldungen / Mitteilungen nicht gelesen. Nicht weil sie uninteressant wären, sondern einfach deswegen, weil sie in keiner einzigen Timeline auftauchen und sie somit keiner sieht.

Deswegen gehört das Aufbauen einer „Gefolgschaft“, also das Gewinnen von Followern zu den wichtigsten Aktivitäten in Twitter. Dafür muss etwas getan werden, das geschieht nicht von alleine. Manche denken, dass die anderen Twitterer allein durch die gute Qualität der Tweets auf einen aufmerksam werden und dann folgen. Das ist zwar richtig, ist aber leider nur in wenigen Fällen ausreichend. Außerdem kann der Aufbau dann sehr lange dauern.

Sich gegenseitig empfehlen ist ein gangbarer Weg

Warum reichen qualitativ hochwertige, witzige oder informative Tweets allein nicht aus? Ganz einfach, woher sollen andere Twits erfahren, dass Sie ein folgenswerter Twitterer sind, solange sie Ihnen nicht folgen? Wenn man dem Anspruch folgt, schon gefunden zu werden, ergibt sich so etwas meistens durch Zufall oder über einen Link auf der eigenen Website, Blog etc. Möglicherweise auch, wenn in einem Ihrer Tweets ein Suchbegriff vorkommt, den gerade jemand sucht. Das muss sogar zeitlich recht nah beieinander sein, sonst geht der Tweet in der Masse der Meldungen unter.

Etwas mehr Außenwirkung kann durch gegenseitige Empfehlungen erreicht werden. In diesem Fall wird Twitter schon wie ein soziales Netzwerk benutzt. Wer sich gegenseitig empfiehlt, folgt sich normalerweise auch gegenseitig. Ansonsten könnte das eine einseitige Angelegenheit werden, die Ihnen keine oder nur wenige neue Follower beschert. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass Empfehlungen leider Grenzen unterliegen. Der Kreis der sich gegenseitig Empfehlenden, in dem Sie sich bewegen, wird sehr schnell überschaubar und erweitert sich dann nur noch langsam.

Wer sich und sein Geschäft bekannt machen will, sollte Twitter als soziales Netzwerk sehen

Auch wenn so mancher es anzweifelt: Twitter ist ein soziales Netzwerk. Es kann zumindest in dieser Art benutzt werden und es funktioniert für die meisten auch nur dann richtig, wenn es so genutzt wird. Wer Twitter ausschließlich zur Informationsbeschaffung nutzt, braucht keine Follower, weil er ja nichts sagen will. Wer sich mit anderen austauschen und Botschaften unter die Leute bringen will, muss Twitter in der Art eines sozialen Netzwerkes nutzen.

In Facebook und anderen Social Networking Portalen muss eine Freundschaft gegenseitig bestätigt werden. In Twitter wird das lockerer gesehen. Dort gilt als befreundet, wer sich gegenseitig folgt. Das kann dann auch jeder halten wie er will. Gerade sehr bekannte Leute folgen oft ganz wenigen bis gar keinen. Da ich jedoch in Twitter nicht an Selbstdarstellern und Medienprofis interessiert bin, kommen die meisten von ihnen für mich zum Folgen nicht in Frage.

Sie sollten andere Twits direkt auf sich aufmerksam machen

Wenn ich Twitter ähnlich einem sozialen Netzwerk nutzen will, muss ich mich auch ähnlich wie in Facebook verhalten. Das heißt, ich bestätige durch Zurückfolgen die Verbindung bzw. die Vernetzung. Deswegen machen viele durch initiales Folgen auf sich aufmerksam. Es gibt auch noch die Variante, durch Antworten auf Tweets auf sich aufmerksam zu machen und dann erst zu folgen. Sie hoffen in beiden Fällen, dass ihr Profil und ihre Art zu twittern dem Gefolgten gefällt und er daher zurückfolgt.

Diese Art, andere Twits auf sich aufmerksam zu machen, hat sich bewährt. Es folgen einem im Schnitt zwar nur zwischen 20% und 30% Prozent zurück, aber Sie gewinnen kontinuierlich weitere Follower. Sie bekommen auch ohne sich gegenseitig zu folgen, immer wieder neue Follower, aber sehr viele davon verlieren Sie wieder, wenn Sie nicht zurückfolgen oder es nicht schaffen, diese Follower „bei der Stange“ zu halten.

Wenn Sie in dieser Art ihr Twitter-Netzwerk aufbauen, sollten Sie sich immer die Profile der Twitterer anschauen, bevor Sie folgen. Werfen Sie auch einen Blick auf die Tweets. Was wird getwittert, wie oft und wann war der letzte Tweet?

Schauen Sie sich genau an, wem Sie folgen oder zurückfolgen

Es geht bei diesem Followeraufbau nicht darum, möglichst viele Follower zu bekommen. Es geht darum möglichst viele Follower zu bekommen, die auch zu einem passen. Man sollte sich guten Gewissens mit seinen Followern austauschen können. Auch das was sie twittern, sollten nicht einfach immer dieselben Werbetweets sein.

Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht, dass ich aktiven Twitterern folge. Auch wenn inaktive Twitterer meine Timeline nicht belasten, sehe ich jedoch wenig Sinn darin, ihnen weiter zu folgen. Ein Austausch mit ihnen ist nicht mehr möglich, weil sie Twitter ja nicht mehr verwenden.

Fazit: Eine große Gefolgschaft aufbauen geht am leichtesten über Folgen und Zurückfolgen

Wer seine Dienstleistung, sein Geschäft oder sich selbst besser bekannt machen will, muss auf Twitter viele Follower sammeln. Wer mit dem Aufbau von Followern sich nicht ewig Zeit lassen kann, sollte es mit Folgen und Zurückfolgen probieren, das allerdings gezielt und nicht wahllos durchführen. Die schnellste Methode ist hier nicht die beste.

Es gibt sicherlich eine Menge Argumente gegen diese Methode. Aber Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass nicht jeder ein gelernter oder begnadeter Kommunikator ist, dem die Leute nur so zuströmen.

Bis demnächst …

Ich freue mich übrigens auch darüber, wenn Sie bei meiner Facebook-Seite vorbeischauen würden … und natürlich auch über ein „gefällt mir“, sollten Ihnen meine Bemühungen gefallen 🙂 Danke! — Hier folgen Sie mir auf Twitter: @DeutschTweetor

Heiner
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Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
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