5 überraschende Twitter-Tipps für mehr Interaktion

Es ist schon seltsam, was da manchmal über den großen Teich zu uns rüberschwappt. Für ihrem aktuellen Benchmark-Report hat Simply Measured 23 Millionen Interaktionen (Engagements) analysiert. Zugrundegelegt wurden die Tweets von 117 Millionen Twitterern, die im 4. Quartal 2014 mit 145.828 Tweets großer Marken interagierten. Die Studie brachte überraschende Ergebnisse zutage, die sie dort in 5 Empfehlungen haben einfließen lassen.

TwitterTippSammlung

Natürlich sind die Ergebnisse mit einiger Vorsicht zu genießen, da große, gut bekannte Marken betrachtet wurden. Bei kleinen Geschäften kann es durchaus anders aussehen. Da hilft wirklich nur ausprobieren. Und genau das sollten Sie tun! Auch hier gilt es, jeden Tipp zu prüfen, ob er für die eigene Strategie brauchbar ist. Dann ausprobieren und die Resultate analysieren.

Hier sind die 5 Tipps (sinngemäß eingedeutscht)

(1) Einfach nur Text twittern

Zumindest für mich ist dieses Ergebnis wirklich überraschend, da fast alle Tipps einem nahelegen, seine Tweets mit Bildern, Videos und Links „aufzumotzen“. Die Studie belegt jedoch, dass Tweets, die ausschließlich Text enthalten im Schnitt 8 Antworten (replies) bekamen, während es bei reinen Text-Tweets 14 Antworten pro Tweet waren. Ich finde das erstaunlich, eben weil auch entsprechende Studien bisher etwas anderes ausgesagt haben.

(2) Die 140 Zeichen voll ausnutzen

Tweets mit mehr als 120 Zeichen rufen im Durchschnitt doppelt so viele Interaktionen hervor als Tweets mit weniger Zeichen. Sie sollten sich überlegen, ob Sie das einmal ausprobieren möchten. Für mich ist klar, so etwas muss ich einfach mal probieren. In Kombination mit dem ersten Tipp ergibt es etwas, das von den Vorstellungen eines perfekten Tweets sehr weit entfernt ist: Die 140 Zeichen voll ausgenützt, ohne Links, ohne Fotos und ohne Videos.

(3) Verwenden Sie Hashtags – aber nicht zu viele

Für mich ein Punkt der schon etwas länger klar ist, und den Sie immer wieder in Tippsammlungen lesen können. Eine exzessive Verwendung von Hashtags macht Tweets schwer lesbar und schreckt die meisten davon ab, zu antworten oder zu retweeten. Die Studie hat jetzt auch diesen Fakt belegt.

 (4) Links und Hashtags zusammen verwenden

Dieser Tipp steht in einem gewissen Gegensatz zu den ersten beiden, hat aber seine Bedeutung für Tweets, mit denen Sie auf Ihre Blogbeiträge hinweisen wollen. Die Studie besagt, dass Tweets die sowohl einen Link als auch einen Hastag enthielten, mehr Interaktionen nach sich zogen als Tweets, die nur eines von beiden enthielten. Ein Tweet mit Link sollte also grundsätzlich auch einen Hashtag enthalten. Ich denke, bei den meisten dürfte das schon gängige Praxis sein.

(5) Zeigen Sie Enthusiasmus und vermitteln Sie Dringlichkeit

Im Grunde heißt das, ein Tweet sollte auch einen „Call To Action“ enthalten, der mit einem Ausrufezeichen versehen ist. Ich denke mal, in deutschen Landen stehen die meisten dem amerikanischem „Excitement“ eher skeptisch gegenüber. Schwer zu sagen, ob so etwas bei uns wirkt.

Die untersuchten Tweets belegen, Ausrufezeichen wirken besser als Fragezeichen oder ein Punkt. Weiterhin fördern Tweets, die Wörter wie „today“ oder „right now“ enthalten, die Interaktionen. Ob das so eins zu eins auf hiesige Verhältnisse übertragen werden kann, halte ich für fraglich. Ich denke jedoch, mit einiger Phantasie und Kreativität, lässt sich hier eine Art entwickeln, die bei den Leuten ankommt.

Den originalen Artikel lesen Sie hier:

5 Surprising Tips for Tweets That Drive Engagement

Fazit

Die Überraschung besteht in meinen Augen bei den ersten beiden Punkten. Entgegen allen bisher gängigen Empfehlungen sollen keine Bilder, Videos oder Links verwendet werden. Außerdem soll die zur Verfügung stehende Länge der Tweets so weit wie möglich ausgenutzt werden. Da es sich jedoch um große Firmen handelt, vermute ich mal, dass da professionelle Texter am Werke waren. Mit einiger Erfahrung im Texten wird es sicherlich möglich sein, entsprechende, eine Interaktion anregende Tweets zu verfassen.

Ich glaube, die bisher gegebenen Tipps bezüglich optimaler Tweets sollten nicht gleich ad acta gelegt werden. Aber immerhin ermuntern die Ergebnisse, wieder mehr mit Tweets zu experimentieren.

 


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Heiner
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Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.
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Über Heiner

Heiner Tenz, im Hauptberuf Berater für SAP, ist seit 10 Jahren aktiv in den Social Media unterwegs. Sein Fokus liegt hauptsächlich im Bereich Netzwerken auf Augenhöhe und Einsatz von Social Media im industriellen Umfeld - Thema: Unternehmensweite effiziente Zusammenarbeit.

Kommentare

5 überraschende Twitter-Tipps für mehr Interaktion — 2 Kommentare

  1. Tipp 1 ist eine ziemliche Überraschung, – zumal Twitter seit kurzem immer weitere visuelle Möglichkeiten in seine Plattform einfügt hat.

    Zu Tipp2: Die optimale Tweetlänge ist Moden unterworfen. Als ich bei Twitter begann, sollte man 120 Zeichen verwenden, bis letztes Jahr wurden dann 100 Zeichen propagiert. Mittlerweile bin ich vorsichtig mit Aussagen wie „soundsoviel Zeichen sind optimal“. Wie Sie geschrieben haben, sollte jeder experimentieren, was bei den eigenen Followern ankommt und wie man selbst mit dem vorhanden Platz zielgerichtet und noch mit Spaß twittert. Wie im richtigen Leben wird wohl eine Kombination von verschiedenen Zeichenlängen die Würze in einen Account bringen.

    Besten Gruß aus Limburg
    Manuela Seubert

    • Statistiken sind eine tolle Sache. Es fängt an mit der Auswahl der Basis und hört bei der Selektion der zu betrachtenden Kennzahlen nicht auf. Will sagen, da wurde ein Stück aus dem Gesamtkuchen betrachtet und Schlüsse gezogen, die wiederum vielleicht auf den betrachteten Ausschnitt zutreffen. Daher rate ich immer zum Probieren. Am besten ist es sowieso, die ganzen Tipps zu mischen, und so eine eigene Art zu finden. Manchmal funktionieren seltsame Sachen, manchmal funktionieren die besten Ratschläge nicht.

      Ein weiterer Punkt ist, es sind Untersuchungen aus USA. Die Deutschen können sich durchaus anders verhalten. Tatsächlich tun sie es auch in sehr vielen Fällen. Twitter wird in Deutschland ganz anders wahrgenommen als in den meisten anderen Ländern.

      Ich sehe in solchen Tipps immer Anregungen, neue Vorgehensweisen zu testen. Dadurch lerne ich sehr viel und sehr schnell. Diese Analyse fand ich speziell deswegen interessant, weil sie sich von anderen zumindest teilweise unterscheidet. Zu oft werden gebetsmühlenartig Tipps wiederholt, die sich längst als falsch herausgestellt haben, etwa dass man Hashtags in der Bio verwenden solle.

      Beste Grüße aus Berlin
      Heiner

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